ÜBER UNS

Der Wiener Motettenchor ist ein traditionsreicher und ambitionierter Wiener Konzertchor, der seit 1957 anspruchsvolle Chormusik aus mehreren Jahrhunderten pflegt und einen besonderen Fokus auf Alte Musik, selten gehörtes Repertoire, A-cappella-Literatur und thematisch gestaltete Konzertprogramme legt. Ein Jahr nach der Gründung des Chores übernahm Bernhard Klebel die Leitung, die er bis 1988 innehaben sollte. Er prägte den Wiener Motettenchor nachhaltig durch seine Beschäftigung mit Alter Musik und historisch informierter Aufführungspraxis – zu einer Zeit, in der dieses Repertoire im Konzertleben noch deutlich weniger präsent war als heute. Daneben widmete sich der Chor auch zeitgenössischer Chormusik, und größere Werke der Klassik und Romantik wurden vor allem in Zusammenarbeit mit anderen Chören realisiert.

 

Unter jeder Chorleitung verschoben sich die Schwerpunkte etwas, auch wenn Alte Musik das Herzstück blieb. Immer wieder suchte der Chor nach neuen Nischen und neuer Originalität abseits vom Mainstream. Das gilt insbesondere seit der Leitung durch Ingrun Fußenegger mit Werken von Komponistinnen – darunter wieder einige Erst- und Uraufführungen – und hierzulande wenig bekannter und kaum aufgeführter Musik aus verschiedenen Ländern.

 

2011 übernahm Andreas Peterl die Leitung des Wiener Motettenchors. Zu den prägendsten Projekten seiner Zeit zählten u. a. Aufführungen von Bachs Matthäuspassion im Reformationsjubiläumsjahr 2017, gemeinsam mit dem Chor der Evangelischen Gemeinde in Linz, sowie ein Gedenkkonzert zum 70. Jahrestag der Deklaration der Menschenrechte im Jahr 2018 mit Werken verfolgter, vertriebener und ermordeter Komponisten.

 

Seit 2022 steht der Wiener Motettenchor nunmehr unter der Leitung von Xenia Preisenberger. Sie ist bestrebt, vor allem wenig bekannte Chormusik zur Aufführung zu bringen, und gestaltet sorgfältig kuratierte Konzertprogramme, die einem individuell gesponnenen roten Faden folgen und so die Musik in außergewöhnlichen Spannungsbögen erlebbar machen. Besonders zu erwähnen ist die österreichische Erstaufführung des „Stabat Mater“ der britisch-russischen Komponistin Alissa Firsova, kombiniert mit den selten aufgeführten Variationen über „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Max Reger, passend zum 350. Todestag des Textdichters Paul Gerhardt. Weitere Höhepunkte unter Preisenbergers Leitung waren etwa Rossinis „Petite Messe solennelle“ in der Urfassung mit Klavier und Harmonium sowie das A-cappella-Konzert „Träumen, hoffen, fliegen“ in der Ehemaligen Synagoge in St. Pölten im Rahmen der Serie „Kuppelklang“.

 

Bisherige Chorleiter:

1957 – 1988 Bernhard Klebel

1988 – 1992 Georg Huppmann

1992 – 1994 Martin Lindenthal

1994 – 1999 Lluis Vila y Casañas

2000 – 2001 Claudia Kettenbach

2002 – 2011 Ingrun Fußenegger

2011 – 2022 Andreas Peterl

2022 –            Xenia Preisenberger